Archiv des Autors: raimund busch

Im Gedenken an Raimund Brehm

Raimund Brehm ist am 21. Januar 2010 im Alter von fast 81 Jahren verstorben. Mit ihm ist einer der Pioniere des Missionskreises von uns gegangen. Er war mit P. Manfred Rauh seit den Nachkriegsjahren in der Katholischen Jugend in Nürnberg eng befreundet. So war es selbstverständlich, dass er mit ihm zusammen die ersten Ideen für einen Einsatz in der Mission spann und dann seine ganzen Fähigkeiten als Werbefachmann in die Gründung und den Aufbau des Missionskreises einbrachte. Seit den ersten Tagen des Missionskreises Ayopaya e.V. 1968 gehörte er dem Vorstand als ehrenamtlicher Geschäftsführer bis 1997 an. Viele öffentlichkeitswirksame Aktionen trugen seinen Stempel: Mit der Broschüre für Gruppenleiter „BaBo“ (Bamberg für Bolivien) regte er Spendensammlungen an; die ersten Rundbriefe wurden noch hektografiert und seit 1970 zierte der Ayopaya-Kalender aus seiner Hand die Wohnungen der Bolivienfreunde.
Raimund Brehm gab sich nie mit dem Erreichten zufrieden, sondern dachte immer weiter in die Zukunft, ohne aber je das Bewährte außer acht zu lassen. Mir klingt sein herzhaftes Lachen in den Ohren; kritisch hakte er nach, wenn ihm etwas aufgefallen war. Wo wir Theologen glaubten eine wunderschöne Formulierung gefunden zu haben, holte er uns mit ein paar knappen, knackigen Sätzen auf die Ebene der Alltagsmenschen zurück. Aber wenn er dann einverstanden war, konnte er auf seine unnachahmliche fränkische Art sagen: „Is scho rechd!“ Bis zum Schluss war er dem Missionskreis freundschaftlich verbunden und immer bereit, seinen Teil für die Menschen in Ayopaya beizutragen.
Der Missionskreis Ayopaya verdankt Raimund Brehm unendlich viel. Wie sehr er sich für den Missionskreis eingesetzt hat, sagt am besten ein Satz seiner Frau Anneliese: „Der Raimund hatte zwei Kinder: die Missionsprokur der Jesuiten und den Missionskreis Ayopaya“. Dass seine Frau und seine drei Kinder diesen anderen Kindern so viel Zeit und auch Interesse geopfert haben, dafür danken wir ihnen herzlich.
„Geschichten musst du erzählen – nur die sind interessant.“ Das war einer der journalistischen Leitsätze von Raimund Brehm. Und so stelle ich mir in meiner Fantasie vor:
Raimund Brehm klopft ans Himmelstor. Er wird eingelassen, und der Herrgott geht mit ihm Punkt für Punkt seines Lebens durch und stellt einige kritische Fragen; manchmal schluckt der Raimund und kriegt einen roten Kopf. Aber er bittet auch ums Wort und stellt seinerseits Fragen: Warum läuft es so ungerecht auf dieser Welt? Und warum hat sich so manches in der Kirche nicht vorwärts bewegt? Aber am Ende des Gesprächs schaut ihn der Herrgott an und sagt: „Raimund, komm rein – is scho rechd!“

Raimund Busch

PS: Bitte lesen Sie auch den Brief von Heidi Rauch-Mangold an Raimund Brehm im Rundbrief Fastenzeit 2010.

Raimund Brehm ist verstorben.

Wie uns soeben mitgeteilt wurde, ist Raimund Brehm am Donnerstag, 21.01.2010 um 10 Uhr, verstorben.
Raimund Brehm war jahrzehntelang Geschäftsführer und verantwortlich für Kalender und Rundbrief. Der Missionskreis Ayopaya verdankt ihm unendlich viel.
Der Herr gebe ihm die ewige Ruhe!

Eine ausführliche Würdigung erfolgt später.

Hasta Luego Independencia!

Ein Jahr ist schon wieder vorbei, also haben Martina Bonss und Tanja Sprenger nach ihrem freiwilligen weltwärts – Einsatz im Centro Social San Bonifacio von Independencia Abschied genommen. Natürlich ging es auch diesmal nicht ohne Tränen ab – wer kommt schon nach so langer Zeit aus Ayopaya fort, ohne dass ihn Emotionen ergreifen?

Der Missionskreis Ayopaya dankt den beiden sehr herzlich für ihren Einsatz. Er wünscht ihnen für die Zukunft, dass sie die vielen Erlebnisse zu Erfahrungen verarbeiten.  Wir hoffen, dass sie den Menschen und Einrichtungen in Ayopaya verbunden bleiben. Gottes Segen und  viel Erfolg!

weltwärts: Zweiter Vorbereitungskurs

Der contdown läuft! Die zweite Woche der Vorbereitung der Freiwilligen für die Ausreise nach Bolivien hat begonnen. Drei Freiwillige des Missionskreises Ayopaya sind im Caritas-Pirckheimer-Haus zusammen mit anderen Freiwilligen, um sich auf das Jahr im Ausland vorzubereiten. Diese gehen außer nach Bolivien in die Länder Senegal, Peru, Indien und Tansania. Der Missionskreis Ayopaya ist mit dem BdKJ Bamberg eine Kooperation eingegangen. Das Referat Weltfreiwilligendienste unter Leitung von Alexandra Keller hat die Vorbereitung und die Administration der weltwärts-Dienste übernommen. Am 3. September startet der Flieger nach Cochabamba, wo Carina Redel, Elisabeth Heinrich und Michael Schwarz ein Jahr lang im Centro Social San Bonifacio arbeiten werden.

Die Vorbereitung wird abgeschlossen mit dem Entsende - Gottesdienst. Diözesanjugendseelsorger Detlev Pötzel feiert ihn mit den Jugendlichen und allen Angehörigen in St. Otto in Bamberg am Samstag, 1. August um 18.30 Uhr. Danach sind alle Teilnehmer noch zu einem Empfang ins Bistumshaus St. Otto eingeladen. Alle, die für das Gelingen des Einsatzes mitbeten wollen, sind herzlich dazu eingeladen!

Vorstand wiedergewählt

Ein großer Vertrauensbeweis: Der gesamte Vorstand  des Missionskreises Ayopaya wurde auf der letzten ordentlichen Mitgliederversammlung im Caritas-Pirckheimner-Haus ohne Gegenstimme wiedergewählt. Damit ist der Vorstand auch für die Jahre von 2009 bis 2012 folgendermaßen zusammengesetzt:

Raimund Busch, Erlangen:  Vorsitzender

Wolfgang Streller, Feucht:  Schatzmeister

Die weiteren Mitglieder sind stellvertretungsberechtigt:

P. Manfred Rauh, Cochabamba

Mons. Alois Albrecht, Bamberg

Adalbert Kopp, Pettstadt

Adelheid Rauch-Mangold, Leutkirch

Dr. Karl-Heinz Thume, Nürnberg

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von links:
W. Streller, A. Albrecht, A. Rauch-Mangold, R. Busch, K.-H. Thume

Bundesverdienstkreuz für Schwester Verena

Schwester Verena Birnbacher, Leiterin des Sozialzentrums San Bonifacio in Independencia, hat am 2. April in Cochabamba das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten. Damit wurde ihr vierzigjähriges  Engagement in Bolivien durch den Bundespräsidenten gewürdigt. Der deutsche Botschafter in Bolivien, Dr. Riedler, unterstrich in seiner Ansprache die unermüdliche Arbeit hauptsächlich für die Kinder in der Provinz  Ayopaya. Dass heute in Independencia ein großes Schulzentrum “Fe y alegría” mit Kindergarten, einer Vormittags- und einer Nachmittagsschule sowie dem Colegio técnico-humanistico boliviano alemán mit 1200 Schülerinnen und Schülern steht, ist weitgehend ihrem Einsatz zu verdanken. Besonders bemerkenswert ist der hohe Anteil der jungen Frauen, die an dieser weiterführenden Schule ihr Abitur machen; er liegt weit über dem Landesdurchschnitt in Bolivien. Landschulen, Lehrerwohnungen, Postas sanitarias tragen ihre Handschrift. Zum Sozialzentrum gehören ein Internat für Jungen und eines für Mädchen mit insgesamt 100 Plätzen. Über 300 Frauen und Männer konnten mit Hilfe des Studienkreditsystems einen Berufsabschluss meist akademischer Art machen. Durch Gelder, die der Missionskreis Ayopaya  in Deutschland gesammelt hat, wurde ein Revolving-Fonds angeschoben, der jedes Jahr bedürftigen, aber begabten jungen Menschen eine solide Ausbildung ermöglicht.  Wievielen Menschen in dringenden Notfällen ganz unbürokratisch geholfen wurde, weiß Schw. Verena wahrscheinlich nicht einmal selber. Sie hat zwar ein sehr großes organisatorisches Geschick, aber Hilfe erfährt man bei ihr ohne Statistik.

Der Missionskreis Ayopaya sendet einen ganz herzlichen Glückwunsch nach Independencia!

Freiwilliger sozialer Einsatz noch möglich

Jedes Jahr können bis zu drei junge Leute im Sozialzentrum San Bonifacio in Independencia einen freiwilligen sozialen Einsatz von einem Jahr leisten. Prägende Erfahrungen mit Land und Leute bringen die Frauen und Männer mit nach Hause. Die Bewerbungsfrist für die Zeit ab Juli 2009 läuft allerdings aus: 1. November ist der Stichtag.

Der Missionskreis Ayopaya ist im Anerkennungsverfahren als Entsendeorganisation bei “weltwärts” registriert.

Der Fortschritt ist eine Schnecke.

40 Jahre Arbeit des Missionskreises Ayopaya

“Was hat er wohl gesehen? Wie ist es ihm gegangen?” Wahrscheinlich haben solche Fragen die mehr als 80 Zuhörer in das Pfarrzentrum St. Marien in Erlangen gebracht. Pfr. Reinhold Seidl war der Referent am Weltmissionssonntag, dem 26.10.2008, und er berichtete von seinen Erlebnissen und Eindrücken. Er war einer der 15 Teilnehmer der Reise wegen des 40 jährigen Bestehens des Missionskreises Ayopaya. Dieser Anlass wurde vom 22.-24. August in Independencia gefeiert.  Vor allem die schroffen Gegensätze in Bolivien haben ihn fasziniert: Hochland -Tiefland, Stadt – Land, arm – reich, P. Manfredo – P. José als unterschiedliche Missionarstypen, Aufbauen – Erhalten, Frömmigkeit – Aberglaube.

Interessant wurde der Vortrag nicht nur durch die Eindrücke, die Pfr. Seidl bei seiner ersten Reise nach Bolivien und Ayopaya gesammelt hat. Raimund Busch, Vorsitzender des Missionskreises und seit seiner Zeit als Entwicklungshelfer von 1977 – 1980 mit dem Land vertraut, begleitete die Impressionen mit Sachinformationen über Land und Leute, über Hintergründe und geschichtliche Wurzeln manchen Verhaltens. So wurden zwar einige negative Beobachtung ein wenig verständlicher, aber längst nicht alles ist für Europäer klar. Warum werden die Toilettenanlagen nicht besser in Schuss gehalten? Warum wird die Wand neu gestrichen, aber die heruntergelaufene Farbe nicht aufgewischt? Kleinigkeiten, wenn man die riesige Kluft zwischen Menschen in Dörfern auf dem Land und in den Luxusvillen oder Hochhäusern der Städte betrachtet.  Und so klang der Vortrag auch aus mit bewundernden Worten von Pfr. Seidl: “Ich bewundere diesen unbändigen Lebens- und Überlebenswillen der Menschen in Bolivien. Und ich bewundere die Missionare, die von Deutschland aus nach Bolivien gegangen sind und gehen und dort unter den ganz anderen Bedingungen leben und Zeugnis vom Evangelium geben.”

Vor dem Vortrag war in der Kirche St. Marien die Ausstellung “Schritt für Schritt Leben gewinnen. 40 Jahre Missionskreis Ayopaya” eröffnet worden. Sie ist dort noch bis zum 9. November zu sehen.

Im Übrigen hat die Veranstaltung durch den Erlös aus Essen und Trinken einen Erlös von 210 € für Ayopaya gebracht. Natürlich fragten einige Teilnehmer, wie sie eine Spende an den Missionskreis geben könnten; jetzt hätten sie kein Geld dabei. Kein Problem, neben dem üblichen Überweisungsweg gibt es die Möglichkeit der Online-Spende. Ein Knopfdruck auf den entsprechenden Button auf der homepage, und man wird sicher zur guten Tat geführt…

Neuer Rundbrief erschienen

Der neue Rundbrief Herbst 2008 ist jetzt zum download verfügbar. rundbrief-herbst

Bolivien hat 10 Millionen Einwohner

Diese Zahl gab das Bolivianische Nationale Institut für Statistik im August bekannt. 65% davon leben in den Städten. Die Bevölkerungsdichte in Bolivien, das drei Mal so groß wie Deutschland ist, beträgt 9 Einwohner pro Quadratkilometer (Deutschland: 229). Die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 22 Jahre. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 65 Jahren. Die Bevölkerung wächst in den nächsten Jahren um 2% nach 2,7% im letzten Jahrzehnt. Zur Erinnnerung: Vor 40 Jahren sprach man noch von 5 Millionen Einwohnern.