Die Freiwilligen sind zurück in Deutschland

Vorerst glückliches Ende

Am Samstag, 28. März, um 13.30 Uhr landete das Flugzeug aus Santa Cruz in Frankfurt, an Bord auch unsere vier Freiwilligen aus Bolivien. Vorerst glückliches Ende eines Einsatzes, der eigentlich auf ein Jahr angelegt war. Corona hat vorzeitig einen Schlusspunkt gesetzt.
Hier die einzelnen Schritte:
Als immer deutlicher wird, dass sich das Corona-Virus in Deutschland und in allen Ländern schnell ausbreitet, werden überall die Grenzen geschlossen. Bolivien hat noch wenige Krankheitsfälle, aber Brasilien und Peru meldet schon viele Tote.
Am 16. 3. erhalten alle Freiwillige die Aufforderung, schnellst möglichst aus ihren Einsatzländern auszureisen und nach Deutschland zurück zu kehren.
Am 19.3. geht ein Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und der Weltwärts-Zentrale an alle Freiwillige und alle Partner: Auch wenn die Lage in einzelnen Ländern noch nicht gravierend sei, werden alle Freiwillige dringend aufgefordert, heimzukehren.
Am 19. 3. Fährt der Jeep des Sozialzentrums aus Independencia nach Cochabamba; Fahrten über die Grenzen der einzelnen Provinzen sind eigentlich schon nicht mehr erlaubt; in Bolivien gilt eine Ausgangssperre. Sophia und Amelie quartieren sich bei Anna und Nadja im Kolpinghaus ein. Flüge nach Deutschland sind alle gestrichen.
Die Freiwilligen in Bolivien müssen warten, Kontakte mit der Botschaft in La Paz laufen hin und her. Aber zuerst werden die über hunderttausend Urlauber aus Ländern wie Marokko, Ägypten oder Dominikanische Republik zurück geholt.
Am 24. März erfahren wir: Am Freitag geht der Flug von Santa Cruz zurück.
Am 27. März laufen alle vier vom Kolpinghaus zum Kreuz am km 11 der Avenida Blanco Galindo; jede darf nur einen Koffer mitnehmen. Dort holt sie ein Bus ab und bringt sie nach Santa Kreuz; am Abend startet der Flieger nach Frankfurt.
Jetzt sind die vier Freiwilligen in Deutschland, zu schnell; sie konnten nicht einmal Abschied nehmen von den Kindern, mit denen sie ein gutes halbes Jahr gearbeitet haben.
Wir danken Sophia und Amelie (Independencia) und Anna und Nadja (Piñami Chico) für ihre Tätigkeit; sie sind traurig, dass sie nicht an ihren Orten bleiben konnten. Mit diesem Ende hat niemand gerechnet.
Wir danken den Partnern in Independencia, an ihrer Spitze Schw. Juana, und in Piñami Chico mit Br. José Luis als Verantwortlichem. Beide haben dieses plötzliche Ende sehr bedauert, denn sie haben die Freiwillige als große Bereicherung für ihre Arbeit betrachtet.
Natürlich danken wir der deutschen Botschaft in La Paz und allen Behörden, dass sie die Gesundheit der jungen Freiwilligen über alles gestellt haben.
Zuletzt möchte ich ein sehr herzliches Dankeschön an Martina Stamm vom Erzbischöflichen Jugendamt in Bamberg aussprechen. Sie hat Tag und Nacht (wörtlich zu nehmen!) Kontakt gehalten und alles getan, damit dieser Einsatz ein vorerst glückliches Ende findet.
Raimund Busch

(Deutsch) Corona in Bolivien – Freiwillige müssen zurück

Ese artículo no está disponible en castellano actualmente, sólo en Alemán.

(Deutsch) Rundbrief Fastenzeit 2020

Ese artículo no está disponible en castellano actualmente, sólo en Alemán.

(Deutsch) Kurznachricht aus Independencia

Ese artículo no está disponible en castellano actualmente, sólo en Alemán.

(Deutsch) Weltwärts – Freiwillige für Ayopaya gesucht!

Ese artículo no está disponible en castellano actualmente, sólo en Alemán.

(Deutsch) Wünsche zum neuen Jahr 2020

Ese artículo no está disponible en castellano actualmente, sólo en Alemán.

(Deutsch) Wünsche zum Weihnachtsfest

Ese artículo no está disponible en castellano actualmente, sólo en Alemán.

(Deutsch) Gesucht: Freiwillige

Ese artículo no está disponible en castellano actualmente, sólo en Alemán.

(Deutsch) Lage in Bolivien 3

Ese artículo no está disponible en castellano actualmente, sólo en Alemán.

Lage in Bolivien 2

Lage in Bolivien 2

Seit meiner ersten Zusammenfassung ist mehr als eine Woche vergangen. Leider hat sich die Lage in Bolivien nicht verbessert, sondern eher verschlechtert.

Die Ereignisse in Stichworten:
Der Präsident Evo Morales hat am Sonntag, 10.11., nicht nur Neuwahlen angekündigt, sondern ist zurückgetreten, ebenso wie der Vizepräsident und die Parlamentspräsidentin. Am Montag fliehen sie ins Exil nach Mexiko.
Die bisherige Vizepräsidentin des Parlaments Janina Añez, erklärt sich unter Berufung auf die Verfassung zur Interimspräsidentin. Die Anhänger der MAS-Partei, der Partei von Evo Morales, erkennen sie nicht an.

Unruhen im Land
Die Unruhen im Land weiten sich aus. Die MAS-Anhänger blockieren die wichtigsten Fernverbindungen des Landes. In den großen Städten werden die Lebensmittel knapp und sie müssen per Flugzeug versorgt werden.
In Sacaba in der Nähe von Cochabamba wollen am 16.11. MAS-Anhänger auf La Paz zu marschieren; es gibt einen Schusswechsel mit dem Militär, bei dem neun Menschen getötet werden. Am 19.11. hat das Militär eine Kolonne mit Treibstofffahrzeugen nach El Alto und La Paz gebracht; Blockaden wurden geräumt, drei Menschen wurden getötet.
Die Zahl der Toten wird inzwischen mit 27 angegeben.
Überall im Land kommt es zu gewalttätigen Übergriffen. Morales sieht sich weiter als rechtmäßiger Präsident Boliviens, schickt ständig neue Botschaften via Medien in das Land und nennt Bedingungen für die Aufhebung der Blockaden.
Die MAS – Anhänger haben der Präsidentin ein Ultimatum gestellt, dass sie bis 19. 11. zurücktritt. Bisher hat sie noch keinen neuen Termin für Präsidentschafts- und Parlamentswahlen genannt.

Die Kirche versucht einen Dialog
In der Zwischenzeit hat die katholische Kirche einen Dialog zur Entschärfung des Konflikts organisiert. Mons. Eugenio Scarpellini von der bolivianischen Bischofskonferenz meinte, es gebe den «Willen, voranzukommen». Übereinkünfte seien in Arbeit. Nach Meinung unserer Partner in Bolivien gilt aber die katholische Kirche bei den Morales-Anhängern nicht als neutrale Instanz; zu scharf waren die Gegensätze und Auseinandersetzungen zwischen der MAS-Regierung und der Kirche.

Unsere Partner
Aus unseren Projekten in Cochabamba hören wir nichts Neues. In Independencia hat es in der vergangenen Woche den Versuch einer großen Gruppe von vermutlich MAS-Anhängern gegeben, das Rathaus zu stürmen und das Stadion zu zerstören; sie wurden von den Einwohnern abgewehrt. Jetzt herrscht wieder eine gespannte Ruhe.

Es bleibt uns nur die Hoffnung, dass sich die Suche nach Lösungen und Übereinkommen erfolgreich gestaltet. „In der Glut hauch Kühlung zu“ – diese Gebetsbitte aus der Pfingstsequenz ist nötiger denn je.
20.11.2019
R. Busch