Corona – Schlagzeilen aus Bolivien

In Bolivien steigt die Zahl der Infizierten immer noch an. Stand 1. Juni waren 8.731 Personen infiziert, 300 verstorben und 749 genesen. Die am meisten betroffenen departamentos sind Santa Cruz mit 5.946 und Beni mit 1.576 Fällen. Cochabamba zählt nur 448 Corona-Kranke. Wegen der mangelnden Informationspolitik wird die Regierung stark kritisiert; auch in Bolivien leugnen Gruppen von Menschen, dass es überhaupt eine Pandemie gibt.

Es gelten weiter strenge Maßnahmen. Die Grenzen sind geschlossen und es gibt keinen internationalen Flugverkehr. Präsenzunterricht findet nicht statt; die Lehrer sollen möglichst virtuell Unterricht erteilen. Gearbeitet werden darf nur von 8 bis 16 Uhr. Ab 18 Uhr dürfen keine Autos bis morgens um 5 Uhr fahren. Natürlich gelten Abstands- und Maskenpflicht. Aber immerhin haben etwa drei Viertel der öffentlichen Verkehrsmittel wieder ihre Arbeit aufgenommen. Kleine Busse fahren zwischen Independencia und Cochabamba hin und her. Diese sind nur zur Hälfte besetzt und man wird beim Verlassen und bei der Ankunft in den jeweiligen Städten desinfiziert.

Independencia und Ayopaya

Gott sei Dank gibt es in Independencia und Ayopaya bisher keine Erkrankungen an Covid 19.

Die Lebensmittelhilfe des Centro Social gemeinsam mit dem Centro Cultural Ayopayamanta läuft weiter. Die Familien, einschließlich der 70, die auch an den Caritas-Sonntagen unterstützt werden, haben z.B. Reis und Nudeln, Zucker und Salz und auch Seife erhalten.

Seit Montag arbeiten die Angestellten des Zentrums wieder Vollzeit.

Piñami Chico

Aracely Vidangos, die Leiterin des Projektes, schrieb in ihrem Bericht von vorgestern:

Wir wissen nicht, wann wir wieder zur Normalität zurückkehren können. Die 500 Bolivianos (ca. 60 Euro), die die Regierung als Bonus für die Familien ausgezahlt hat, haben geholfen, dass die Familien halbwegs überlebt haben. Aber jetzt geht das wenige Geld zu Ende und wir gehen auf eine extreme Not zu.

Unsere Kinder haben keinen Zugang zum virtuellen Unterricht. Señora Aracely und Hermano José Luis teilen Fotokopien mit Aufgaben aus; so können die Kinder wiederholen, was sie schon gelernt haben. Aber wie sollen sie mit dem Stoff ihrer Klasse vorwärts kommen können?

Die Lehrer durchlaufen gerade Fortbildungskurse für virtuellen Unterricht. Aber sie haben selber Schwierigkeiten. Es gibt ja nicht überall guten Zugang zum Internet, schon gar nicht auf dem Land. Bei uns gibt es oft schlechte Übertagungsraten und Kurzschlüsse.

Raimund Busch

 

 

Essen für die Armen

Independencia: Das Centro Cultural Ayopayamanta (CCA) und das Centro Social San Bonifacio haben schon zweimal an 110 Familien Essenspakete verteilt.

Fertig gekochtes Essen wird im CCA an besonders Bedürftige und an alte Leute ausgegeben.

Cochabamba: In Piñami Chico, ein Ortsteil, der zur Pfarrei Cruz Gloriosa gehört, haben die „Kleinen Brüder vom Evangelium“ eine Essensausgabe organisiert. Sie verteilen Mehl, Zucker, Reis und Nudeln unter den Familien der Stipendienkinder. Denn Wochen ohne wirtschaftliche Aktivität für die Armen bedeuten, dass sie schlecht essen.

 

Corona – Virus

Ein Bericht aus dem Centro Cultural Ayopayamanta:

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